Ein lachender Mann mit einer Yoga Matte

Fragen an einen Reiki-Lehrer: Ehrlichkeit am Weg

Artikel aktualisiert am 05.11.2018

Über Authentizität am Reiki-Weg: bei Reiki-Kursen und Treffs werden dem Schüler die Lebensregeln und Werte vermittelt. Ein Eckpfeiler der Werte ist die Wahrhaftigkeit neben Liebe, Friede, Gewaltlosigkeit und Rechtschaffenheit.

Frage eines Schülers: „Manche Menschen verhalten sich bei euch bei einem Reiki-Treff anders, als wenn ich sie später privat treffe. Es wird geschimpft, bösartig verhalten und vieles mehr. Es schmerzt mich, dass manche Mitschüler nicht authentisch sind! Was sehe ich hier nicht, was ist meine Prüfung dabei?“

Antwort des Reiki-Lehrers: „Ja, deine Wahrnehmung ist richtig. Natürlich geschieht auch dies: Menschen geben sich der üblen Nachrede hin, gehen respektlos mit Ressourcen um und nicken dabei aber zustimmend bei einem Gespräch über spirituelle Themen bei einem Reiki-Treff.“

Das Korrektiv: Ursache und Wirkung – Karma

Dennoch ist dies gut so, wie es ist. Das Korrektiv wirkt durch folgendes Gesetz: Jede Energie, die ausgesendet wird, kommt unweigerlich zum Sender zurück (vgl. Karma). Es ist nicht Aufgabe des Reiki-Lehrers alles zu korrigieren. Korrekturen nimmt der Reiki-Lehrer dann vor, wenn das Sprechen notwendig geworden ist, es demjenigen in diesem Moment in seiner Entwicklung dient. Manchmal ist aber Schweigen der weisere Weg.

Was hat es mit mir zu tun?

Die Frage, die sich dabei stellt, ist natürlich: Wie wirkt dieser Mangel an Authentizität anderer auf einen selbst? Was löst es in mir aus? Denke dabei an die Zwillingseigenschaften: Wenn ich Schmerz darüber empfinde, hätte ich vielleicht kommunizieren sollen – also sprechen statt schweigen. Es kann aber auch ein Hinweis sein, dass ich selbst noch nicht authentisch bin. Und so empfinde ich Resonanz auf andere nicht wahrhaftige Menschen. Ja, wir alle sind am Weg und dabei unterschiedlich weit vorangeschritten. Jede Stufe bringt ihre eigenen Prüfungen, wie du richtig erkannt hast.

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Wachstum durch Präsenz am Reiki-Weg

In Gruppen geschieht das Folgende: Es gibt eine „energetische Leitperson“, der Rest der Gruppe passt sich dessen Schwingung an – im Hellen wie im Dunklen. Die Aufgabe des Reiki-Lehrers bei Reiki Treffs und Kursen ist es, konstant die Schwingung der Gruppe und jedes Einzelnen durch Präsenz zu erhöhen – dadurch wachsen die Menschen. Manche mehr, manche weniger, je nachdem wie sie das Besprochene im Alltag umsetzen. Ja, auch bei den Reiki Meistern gibt es Defizite und bei manchen hilft auch die konstante Predigt über Authentizität im Alltag wenig. Wenn dies belasten würde, ich mich sorgen oder ärgern würde, wäre ich nicht in der Lage eine Verbindung zum Menschen aufzubauen. Vielmehr wäre es dann an der Zeit, an mir selbst zu arbeiten.

Das Sehen von Fehlern an anderen ist ebenso Teil des Weges, betrachte es mit dem gleichen Gleichmut, wie du positive Erfahrungen annimmst. Kannst du es nicht und bist „kritiksüchtig“, ist es an der Zeit sich folgender goldenen Regel zu widmen: Sehe nur das Gute am Anderen und arbeite an den eigenen Fehlern. Es ist die menschliche Natur des Ichs, eben auch nicht wahrhaftig zu sein.

Entwickle Güte am Reiki-Weg

Ein weißer Buddha, gold umrandetHier gilt es, Güte im Herzen zu entwickeln und selber als Leuchtfeuer voran zu gehen. Persönlich halte ich mich von manchen Zusammenkünften von Menschen fern, wenn ich spüre, dass ich nicht dazu beitragen kann bzw. das Ganze eine gewisse für mich nicht stimmige Richtung einschlägt. Manchmal komme ich aber dennoch in eine solche Situation und was ich dann tue, ist das Folgende: ich stelle mich der Situation und wähle bewusst, ob es besser ist zu schweigen oder eben zu sprechen.

Im Reiki-System gibt es keine „Prüfung“ oder Leistungsbestimmung. Ja, es sollten gewisse charakterliche Veränderungen am Weg stattfinden. Und ja, Reiki-Lehrer machen auch auf diese aufmerksam. Beim Reiki 2 Grad erklären wir, wenn es noch nicht der richtige Zeitpunkt ist, und empfehlen z.B. zu warten. Beim Meistergrad sagen wir auch dezidiert nein, wenn es besser ist, noch ein oder zwei Jahre zu warten. Es geht bei all dem um den Weg an sich und nicht um das Erreichen eines Ziels. Alles, was man im Außen wahrnimmt, sollte nur ein Ansporn sein, an sich selbst zu arbeiten und selbst zur Fackel zu werden, die das Licht bringt. Nicht alle werden diesen Weg des wahrhaftigen Reiki Meisters gehen, einige werden und haben auch schon Rückschritte gemacht – durch Disziplinlosigkeit, Mangel der Integration der Werte und/oder Mangel an Umsetzung im eigenen Leben. Sehr oft wird auch den Reiki-Lehrern „die Schuld“ gegeben und in der eigenen Frustration übel über uns gesprochen. Ja, Reiki-Lehrer sind täglich Resonanzfläche…

Die Prüfung für einen selbst dabei ist, die Herzensgüte zu entwickeln, in jeder Situation das kausale Prinzip in allem und jedem zu sehen. Die Konzentration auf das Gute in den Menschen zu richten und an den eigenen Fehlern zu arbeiten. Durch diese Einstellung stärke ich das Positive in mir aber auch bei meinem Gegenüber. Alles andere frustriert mich nur selbst. So lasse die Gefühle weiterziehen, richte den Geist auf das Wesentliche aus und erkenne die Schönheit in allem und jedem.

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