Ein Mann auf einem Drahtseil über einer Stadt

Erfahrungsbericht: Prioritäten am Reiki-Weg richtig setzen

Artikel aktualisiert am 05.11.2018

Wer kennt es nicht – man beginnt einen Weg und ist Feuer und Flamme für das neu Erlernte. Nachdem einige Monate vergangen sind, kehrt man in seinen alten Trott zurück – das Feuer ist schon längst erloschen. Auch am Reiki-Weg ist dies möglich und es erfordert vom Suchenden, die Prioritäten im eigenen Leben zu setzen. Was ist mir wirklich wichtig? Bin ich bereit für meine Entwicklung etwas zu tun? Gastautorin L.H. schildert ihre Erfahrung zu diesem wirklich wichtigen Thema.

„Handelt, ohne euch nach dem Resultat eurer Handlungen zu sehnen. Beklagt euch nicht darüber, dass ihr keine öffentliche Anerkennung für die Spende, die ihr irgendeinem Trust [Vereinigung/Verein] gegeben habt, bekommt. Früchte eurer Handlungen, egal ob gute oder schlechte Handlungen, müssen von euch und euch alleine völlig abgearbeitet werden. Der beste Weg, um euch von den Folgen eurer Handlungen zu befreien ist der, sie so auszuüben, dass sie nur um der Sache willen ausgeführt werden, dann werdet ihr weder mit Sünde noch mit Verdienst belastet werden. Wenn ihr nach Gewinn verlangt, dann solltet ihr bereit sein, auch Verlust anzunehmen. Wenn ihr einen Brunnen an einer Stelle baut, an der sich vier Straßen treffen, ihr den Verdienst erwartet, den Durst der Menschen und der Tiere zu stillen, dann könnt ihr nicht vor dem Nachteil, der euch angerechnet wird, davonrennen, wenn jemand in den Brunnen fällt und ertrinkt. Das Geheimnis ein glückliches Leben zu führen ist: Gebt das Verlangen nach den Früchten eurer Handlungen auf (Karma-phala-thyaga).“ – S. S. Baba

Wenn Menschen von „Prioritäten“ sprechen, dann sind diese meist egozentriert und sehr oft gekoppelt mit familiären, beruflichen, freizeitorientierten, zwischenmenschlichen oder auch spirituellen Zielen, die meist darauf abzielen, ein Mehr von etwas zu erlangen. Ein Mehr an Vermögen/Gütern/ Geld, ein Mehr an Status/Ansehen/Ruhm, ein Mehr an Wissen oder Erfolg in vielerlei Hinsicht – kurz gesagt, ein Mehr an Ballast und Sorgen. All diese Prioritäten betreffen also zumeist unser eigenes Leben – und genau aus diesem Grund geht das eigentliche Leben nicht selten an uns vorüber, während wir bestrebt sind, uns damit abzulenken, irgendwelche persönlichen Ziele zu verfolgen. Und dabei bemerken wir nicht, dass wir unsere Prioritäten in das Verplanen unserer Zeit, in das unermüdliche Bestreben, unser Ego befriedigen zu wollen oder in Anstrengungen, unseren Wohlstand zu vergrößern, setzen, anstatt unserem Lebensfluss und damit Gott zu folgen! Auch ich war einmal davon überzeugt, Gottes Plan für mein Leben sei es, mich Ego-tätschelnd auf meinem Erfolgspfad zu begleiten und mir auf der ewigen Suche nach dem großen Glück zu einem Leben unter dessen (also des Egos) Sklaventum zu verhelfen. Und ja, Gott macht auch dies, wenn es unsere Entscheidung ist, diese Richtung einzuschlagen.

Diesbezüglich durfte ich auf meinem Weg viele lehrreiche Erfahrungen machen.

„Der beste Weg, um euch von den Folgen eurer Handlungen zu befreien ist der, sie so auszuüben, dass sie nur um der Sache willen ausgeführt werden, dann werdet ihr weder mit Sünde noch mit Verdienst belastet werden.“ – S. S. Baba

Welche Handlungen wir auch immer setzen, sie werden Folgen haben, das geben uns die geistigen Gesetze vor: „Was du säst, wirst du ernten.“ In der Dualität, in der wir uns bewegen, bedeutet dies: Tu Gutes und du wirst Gutes ernten, tu Schlechtes und dir wird Schlechtes widerfahren. Diesen Satz haben wir alle schon oft gehört.

Aus den eigenen Verhaltensweisen lernen

Gott hat uns jedoch bewusst mit ALLEN Eigenschaften, die in der Dualität existieren, ausgestattet, damit wir Gelegenheit erhalten, aus unseren Taten und Handlungen zu lernen (sofern wir gelernt haben, die geistigen Gesetze zu verstehen). Daher war ich persönlich oft sehr dankbar über Babas Zitate. Sie haben mich sehr oft über das Unwissen aufgeklärt und mich mit der Taschenlampe durch die geistige Finsternis geführt, mir einen sanften Tritt verpasst und weitergeschubst, mir genau im richtigen Moment die Augen geöffnet oder mich mit tröstenden oder aufmunternden Worten über den Zweifel hinweg getragen! Mit Seiner Hilfe habe ich gelernt, die Botschaften hinter Seinen Worten (immer öfter) zu verstehen oder sogar meine Prioritäten danach zu setzen – ganz nach dem Motto: „Mal sehen, was passiert, wenn ich das nächste Mal die Dinge anders angehe.“

„Das Geheimnis ein glückliches Leben zu führen ist: Gebt das Verlangen nach den Früchten eurer Handlungen auf.“ – S. S. Baba

NATÜRLICH wollen wir alle die Früchte heim tragen, für die wir so hart und ausdauernd gearbeitet haben, die wir täglich gegossen und gepflegt haben, die wir jeden Tag beobachtet haben, ob sie auch schön wachsen und nichts ihrem Gedeihen im Wege steht! Warum denn sonst all dies, wenn wir das Produkt unserer Anstrengungen dann nicht einmal ernten dürften? Warum ist es also erstrebenswert, „das Verlangen nach den Früchten unserer Handlungen aufzugeben?“ Weil das Bestreben, das Tun, das Verfolgen von Zielen uns vom Leben ablenkt, vom Leben im Jetzt. Nur im Jetzt können wir glücklich sein, nicht in der Vergangenheit und nicht in der Zukunft. JETZT leben wir unser Leben – die Vergangenheit ist vorbei und wer weiß schon, was in der Zukunft ist. Als mein eigener Reiki-Weg begann, waren meine Prioritäten sehr einseitig. Meine Neugier stillte ich in Weiter- und Fortbildungen, spirituellen Kursen und im Lesen von Unmengen von themenbezogenen Büchern. Dies alles mit dem Ziel, durch Kopfwissen seelisches Wachstum zu erreichen. Tja, ich schätze, ich bin nicht die einzige, die damit völlig am Holzweg war. Doch statt mich weiter zu entwickeln, wurde ich durch einen ausgesprochen schlauen Schachzug meines Egos in der Illusion von Friede-Freude-Eierkuchen (esoterisch ausgedrückt dem Licht-und-Liebe-Wunschdenken) festbetoniert. Jeder Zweifel daran, am absolut richtigen Weg zu sein, wurde von meinem Ego bereits im Keime erstickt. Nebenbei managte ich nicht nur Familie und Büro, sondern kümmerte mich mittlerweile auch um das Wohlergehen von Menschen, die um meine Hilfe baten. Dabei bemerkte ich nicht, dass mein Ego damit schon wieder ein neues Ziel verfolgte: Noch mehr Aufgaben bei noch besserem Zeitmanagement und noch gezielterer Prioritätenverteilung erledigen und dabei 120 % produktiv sein – man will ja schließlich was wert sein!

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Erkenntnis am Reiki-Weg

Welch ein Irrweg! Der Verdienst wurde also, wie Baba in dem Zitat ermahnt, zur Belastung. Ich hatte mich selbst von der Fulltime-(Beruf-Mutter-Haushalt-und-Familienfreizeitgestaltungs-) Managerin zur Overfulltime-(Hochstresspegel-Selbstüberschätzungs-Leid-Ignorier-) Spezialistin katapultiert. Doch hatte ich Glück und hielt noch immer die Hand, die mich führte. Durch das Schweigen erreichte ich das Ende der langen Sackgasse und damit eine Erkenntnis, die ich am besten mit einer Metapher beschreiben kann:

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Seit Jahren bewegte ich mich in einer mit Spiegeln ausgekleideten Glaskugel, innerhalb der ich aus allen Blickrichtungen wunderbar mich selbst betrachten konnte, mich wenden, die Richtung ändern und mich hin und her bewegen konnte wie ich wollte, letztendlich aber am Fleck trat und lediglich Einfluss auf das Innere dieser glattgewetzten Glaskugel hatte, sprich auf meine eigene kleine Illusion. Je schneller ich trat, je mehr ich trug, desto schneller drehte sich die Kugel und desto schwieriger wurde es für mich, ihre Begrenztheit zu erkennen. Auch wenn mich hier drinnen alles noch so sehr beschäftigte und es noch so viel zu erreichen gab, schien es doch so etwas wie den großen saftigen Kuchen außerhalb dieser meiner Welt zu geben, der selbst durch schnelleres und heftigeres Treten schier unerreichbar war! Und dieser große Kuchen hieß Glück. So, was nun? Die Erkenntnis war da, aber welche Handlung galt es nun zu setzen, um die dicke Hülle zum Klirren zu bringen? Auf jeden Fall nützt es rein gar nichts, sich seinen Kopf darüber zu zerbrechen – wo dieser doch sozusagen die Glasbruchversicherung darstellt!

Freiheit im eigenen Leben finden

Eine Eisenbahnkreuzung mit einem Sonnenaufgang im HintergrundWie also durchbricht das Licht innerhalb der Kugel die rückstrahlende Wand nach Außen?

Es gibt kein Konzept. Es gibt keine Strategie. Konzepte und Strategien sind lediglich Versuche, neue andere Wege innerhalb der Glaskugel zu ergründen oder die alten Wände mit neuen Tapeten wieder interessanter zu machen! Aber es gibt einen Weg. Er ist liebevoll gesäumt von ANNEHMEN und VERTRAUEN. Es ist nicht notwendig, den Spiegel an der Kugelinnenwand zu polieren in der Hoffnung, irgendwann hinaussehen zu können, sondern es ist hilfreicher, die Wand als solche anzunehmen, ihr den Rücken zu kehren und voll Vertrauen nach innen zu seinem Kern zu marschieren, zur Quelle, zu Gott! Dies ist der einzige Weg, die Wände zum Einstürzen zu bringen. Jedes TUN, das auf Konzepten und Strategien aufgebaut ist, um ein eigennütziges Ziel zu erreichen, wird scheitern (uns mit Sünde oder Verdienst belasten). Alles TUN, das kein Ziel hat außer jenem, uns Gott anzunähern, wird Früchte tragen – in jeder Hinsicht (was unsere Beziehungen, unseren Beruf, unser Bankkonto, unsere Gesundheit und unser Seelenwohl betrifft)! Wenn wir das Ziel loslassen, wird der Weg uns direkt zu ihm hinführen (vgl. „Der Weg ist das Ziel.“).

Auf diesem Weg nach Innen benötigen wir außerdem ein einfaches und stetiges DANKE GOTT auf den Lippen und DEMUT im Gepäck, egal wohin und worüber uns unser Weg führt. Das Danke ebnet alle Hindernisse und die Demut beinhaltet den Mut, die andere Richtung einzuschlagen und das Streben nach Zielen im Außen aufzugeben. Sie beinhaltet außerdem das Abgeben des eigenen Lebens-Lenkrades, das wir so ungern loslassen, an Gott (vgl. dazu Phyllis Krystal: „Wie soll ICH wissen, was gut für mich ist?“). Und mit jedem befreienden Schritt dürfen die Mauern um uns bröckeln und das Licht kann ungehindert nach außen treten. Auch wenn die Mauer anfangs nur stellenweise zu bröckeln scheint und man auf der anderen Seite plötzlich wieder vor dem Spiegel steht, zahlt es sich aus, sich wieder zu besinnen und zurück zu gehen, sodass die nächste Schicht die Möglichkeit hat, abzufallen. So viele Schichten wie unser Leben hat, so viele hat auch unsere (Glas)Mauer. Eine Schicht für unser Familienleben, eine für den Berufsalltag, eine für unsere Beziehungen mit Menschen und in der Partnerschaft, eine für unseren Umgang mit uns Selbst und wiederum eine für die eigenen Un-/Tugenden etc. etc. Jede dieser Schichten verlangt nach einem Geraderücken, nach einer Ausrichtung.

Daher gibt es nur eine Priorität: Das Ausrichten des Geistes auf Gott.

Gott hat dem Menschen die Mittel gegeben, beides zu tun: In der Illusion spazieren zu gehen und somit in der Dualität zu leben – mit all ihren Vor- und Nachteilen, Freud und Leid – oder sich auf den Weg zu machen, die eigene Quelle zu finden und keinen Unterschied mehr in Vor- und Nachteilen, Freud und Leid zu erkennen, weil sie alle eins und gleich-gültig sind.

In Liebe

Eure L.H.

Literaturempfehlung – Was am Selbstfindungsweg wirklich wichtig ist

Wenn Sie eine Bilanz über Ihr bisheriges Leben ziehen wollen, um es unter Umständen ganz neu aufzusetzen, sollten Sie wissen, was Ihnen wirklich wichtig ist. Die folgenden Bücher sind außergewöhnliche Werke, die Ihnen bei diesem Prozess mit Sicherheit ein guter Begleiter sein können:

Unser Geschenk an dich: Leitfaden zur Selbstreflexion

Für jene Menschen, die selbständig an sich arbeiten wollen, haben wir einen Leitfaden zur Selbstreflexion zusammengestellt, in dem wir beschreiben, wie du auf ehrliche und systematische Weise Selbstreflexion betreiben kannst. Du findest darin praktische Tipps, wie du all jene unbewussten Muster aufspüren kannst, die so viele Probleme verursachen.

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