Gefaltene Hände eines buddhistischen Mönchs

Was bedeutet Reiki-Meisterschaft bzw. der Reiki-Meistergrad wirklich?

Artikel aktualisiert am 05.11.2018

Viele Menschen denken, dass der Reiki-Meistergrad einer Meisterschaft im eigenen Leben oder etwas ähnliches wie Erleuchtung gleich kommt. Doch der Besuch eines Seminars macht keinen Meister noch eine erleuchtete Person aus. Vielmehr ist der Meister Grad die Bereitschaft, den Weg des wahren Reiki Meisters zu gehen und der Anfang einer tief gehenden Veränderung im eigenen Leben.

Reiki Grade beschreiben nur den „Grad“, auf welchem wir auf der bewussten Verstandesebene stehen. Reiki-Grade sagen nichts darüber aus, wo sich jemand im Prozess der Selbstfindung tatsächlich befindet… Zertifikate beschreiben das Gelernte, nicht jedoch das Erfahrene oder integrierte Wissen.

Was macht wahre Reiki-Meisterschaft aus?

Aus der Sicht der Selbstfindung bedeutet Meisterschaft, die Aspekte des Egos also des „Ich zentrierten Willens“ überwunden zu haben, um zu einer höheren Erkenntnis zu gelangen: die Erkenntnis, dass das „Ich“ nur ein beschränkter Teil des Bewusstseins darstellt. Die wahre Natur – die Essenz meiner Existenz – stellt etwas viel größeres dar, ungetrennt und ungeteilt von irgendetwas oder irgendjemandem. Praktisch bedeutet dies: solange „Ich“ „mich“ als „Individuum“ wahrnehme existiere „ich“ getrennt von „dir“. Wahre Meisterschaft im Gegensatz zur Ware Meisterschaft beendet dieses Spektakel. Wie erreiche „ich“ die Meisterschaft? GAR NICHT! Dies ist unmöglich – das „Ich“ kann dies niemals erreichen. Vielmehr kann das „ich“ am rauen Stein der eigenen Bedürfnisse, des Charakters, der Einstellung, an Ängsten, Sorgen und Zweifeln arbeiten und so aus dem Stein einen klaren Diamanten formen. Der nächste Schritt ist dann, dass auch der Steinmetz, der den Stein behauen hat einen leisen Tod sterben muss.

Wahre Reiki-Meisterschaft bedeutet, vollkommen „erwacht“ hinter den Schleier der Illusion – die sich Leben nennt – zu blicken. Dieser Blick findet jenseits des Verstandes und von Emotionen statt, jenseits einer Wahrnehmung, die an ein Individuum gebunden ist. Solange noch eine „Ich“-Wahrnehmung existiert, solange besteht die Wahrnehmung als getrenntes Wesen. Wahre Reiki-Meisterschaft überschreitet diese Schwelle und das „Ich“ wird ersetzt durch „All Eins“. Dieser Zustand ist unmöglich zu beschreiben, denn jede Beschreibung wäre eine Beschreibung des Verstandes für einen Verstand. Jenes Ziel – welches gleichzeitig der Ausgangspunkt der Reise war – lässt sich nur direkt erfahren. Der Zustand wird auch als das „große Licht“ (Daikomio) im Reiki System der natürlichen Heilung bezeichnet – Sat, Chit, Ananda also „Sein, Bewusstein, Glückseligkeit“ in der Tradition der Vedanta-Philosophie.

Da es sich in der letzen Konsequenz um Erleuchtung handelt, bedeutet dies auch, dass dieser Seinszustand natürlich nicht durch einen Kurs „erreicht“ oder „erlernt“ werden kann. Vielmehr ist der Reiki-Meistergrad eine Bejahung, den Weg der Reiki-Meisterschaft zu beschreiten und sein Leben den Werten und Lebensregeln zu widmen, um am Weg der Selbsterkenntnis weiter zu wachsen.

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Wie werde ich nun Reiki Meister?

Zwei Hände, die die Weltkugel haltenWir erkennen, dass der Reiki-Meistergrad noch keinen wahren Reiki Meister macht. Wer wahrhaftig nach der Reiki-Meisterschaft strebt und so sich selbst erkennt, beginnt den Reiki-Weg mit der Wahl eines Lehrers. Ist der Reiki-Lehrer gefunden, beginnt man mit dem Reiki 1. Grad Kurs und wird spätestens hier wahrnehmen, ob der Reiki-Weg der Selbstfindung ein für einen selbst stimmiger Weg ist. Entscheide ich mich hier den Weg weiterzugehen, warten unglaubliche Geschenke der Freiheit auf mich.

Der rein praktische Ablauf der Meisterschaft ist – Reiki 1. Grad gefolgt von Reiki 2. Grad und letztendlich dem Reiki 3. Grad, der ein „Ja“ zum Beginn des Weges zur Reiki-Meisterschaft darstellt.

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Wann bin ich reif genug, „JA“ zu meiner eigenen Meisterschaft zu sagen?

Tatsache ist, dass jeder Mensch zu jedem Zeitpunkt Meister ist. Es ist die Natur unseres Seins „Meister“ zu sein. Es gibt keinen Zustand als „nicht Meister“. Was natürlich geschieht ist, dass diese einfache Wahrheit durch Aspekte des „Ich zentrierten Willens“ – Ego – überlagert werden. Das „Ich“ nimmt sich nun getrennt wahr, hat die eigene Natur längst vergessen und spielt sich als kleiner Gott auf, der Entscheidungen trifft. Wann bin ich nun bereit, den Weg der Meisterschaft zu beschreiten? Im gleichen Moment, wenn „ich“ bereit bin, als „Ich“ alle Vorstellungen mein Leben betreffend loszulassen und zurückzutreten um so still zu werden und das Selbst erstrahlen zu lassen.

„Ich bin nicht reif genug“, „ich bin noch nicht soweit“ sind nur Ausreden jenes „Ichs“ um weiter zu existieren, um weiter „klein“ zu bleiben, um weiter „betan“ zu werden. Die Lehrer sollen ein makelloses Leben führen, die Lehrer müssen den eigenen Vorstellungen entsprechen: „ICH“ muss es aber (noch) nicht! Ich bin noch nicht soweit.

Es ist daher wichtig, zu erkennen: nur das „Ich“ versucht seine Existenz auf lange Sicht zu rechtfertigen, indem es sich als „nicht reif genug“ darstellt. Natürlich kann das „Ich“ auch laut in die Welt rufen: „ICH“ bin soweit… Das „Ich“ will niemals still sein. Das „Ich“ will haben, sein und werden.

Lasse all das los. Erkenne, dass du all das nicht bist. Du kannst nicht „reif“ oder „nicht reif genug“ sein. Das „Ich“ kann maximal zu überheblich oder zu selbstzerstörerisch und kleinmachend sein. Deine wahre Natur, deine wahre Meisterschaft ist immer da – unberührt von diesen unwichtigen und unwesentlichen Gedanken. Die Frage letztendlich ist nur: wann bist du bereit jene Gedanken loszulassen und deine Rolle aufzugeben?

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